In der Nähe des Fischersees verläuft ein Wanderweg zum Klingenstäffele. Er führt über eine Sandsteinbrücke, die dringend saniert werden musste.

Unter fachlicher Leitung arbeiteten einige ehrenamtliche Gruppen des Ortes an dieser Baustelle, dazu gehört der Initiator Schwäbischer Albverein, der Fischereiverein, der Arbeitskreis Weiler Flüchtlingshilfe und eine Gruppe von Mountainbikern.

An diesem Vormittag beteiligt sich der Arbeitskreis Weiler Flüchtlingshilfe an der Einrichtung der Baustelle. Das bedeutet, dass das ganze Werkzeug und Arbeitsmaterial über den schmalen Waldweg zur Brücke transportiert werden muss.

Zunächst wird erklärt, was nun genau getan werden muss. Die Hälfte der Brücke soll abgetragen werden, Erde und Steine werden am Rand der Baustelle zwischengelagert, um die Brücke später originalgetreu wieder aufzubauen.

Mit viel Elan beginnen alle zu arbeiten. Ich frage einige der Männer: „Warum helft ihr hier bei der Arbeit? Warum ist das wichtig für euch?“ Die Antworten sind vielfältig.

„Der schwäbische Albverein pflegt die Wanderwege und sorgt für eine gute Ausschilderung. Bei einer Besichtigung haben wir festgestellt, dass die Brücke kaputt geht. Dies ist ein traumhaft schöner Platz hier, und die Brücke ist ein Teil davon. Ich möchte sie unbedingt erhalten,“ erklärt mir Karl Schittenhelm. Vereinskollege Eugen Notter, außerdem Mitglied im Fischereiverein, stimmt ihm zu. Ihm ist die Verbundenheit zur Heimat wichtig.

Kevin Holzmüller, aus der Gruppe der Mountainbiker meint: „Ich habe bei der Sanierung mitgeholfen, weil es wichtig ist, so ein Stück Geschichte der Gemeinde zu erhalten und dabei neue Leute kennenzulernen und auch „Brücken“ zwischen verschiedenen Interessensgruppen zu bauen.“

Marco Cartarius denkt ähnlich und sagt: „Brückenbauen ist weit mehr als nur Steine aufeinander zu stapeln. So haben hier 3 Generationen aus unterschiedlichen Kulturkreisen gemeinsam angepackt, um diese wunderbare Steinbrücke dauerhaft zu erhalten. Das ist einfach klasse!“

Daniel Wandel, findet: „Es ist einfach schön hier, und ich möchte, dass es so bleibt.“

Chandana,Youba und Kogul kannten diese Ecke des Schönbuchs noch nicht. Aber auch sie sind sich einig, das das hier ein traumhafter Platz ist. Youba meint: „Wir möchten hier etwas für die Gemeinde tun.“ Kogul ergänzt: „Dort wo ich wohne, möchte ich gerne helfen. Das habe ich immer versucht, egal, wo ich gewohnt habe.“ Chandana möchte Danke sagen. „Danke für all die Hilfe, die ich hier in Weil schon bekommen habe.“

Während wir reden wird viel geschafft. Die Fläche aus Erde, Steinen und Wurzeln wird abgetragen und zwischengelagert. Außerdem wird ein Rohr so verlegt, dass das Wasser während der Arbeit weiter fließen kann.

So endet ein schöner Vormittag, an dem viel mehr erreicht wurde, als ursprünglich geplant war.

Nachmittags kommen die Mountainbiker und in der folgenden Woche arbeiten alle Gruppen im Wechsel an der Baustelle weiter.

Die Brücke ist nun zur Freude aller wieder originalgetreu aufgebaut.

So zeigt ein Projektteam, dass es trotz aller Unterschiede und verschiedener Meinungen möglich ist, auf die Gemeinsamkeiten zu schauen und Brücken zu bauen.