„Ohne Liebe geht das nicht“, da waren sich alle einig bei der Verabschiedung von Gerlinde Hiller.

Vor gut 5 ½ Jahren war sie Mitgründerin des Arbeitskreises Weiler Flüchtlingshilfe und ist seitdem verlässlicher Ansprechpartner, Vorbild für andere und Freundin. Mit viel Ausdauer, Toleranz und einer positiven Einstellung – mit Herz und Verstand packte sie Dinge an. Wichtig waren ihr immer die Menschen, für die sie einen Rat, ein liebes Wort oder eine Idee hatte.

Damit hat sie Entscheidendes zur Arbeit und Darstellung des Arbeitskreises beigetragen, der im Gaiern seine Arbeit begann, im alten Feuerwehrhaus gewachsen ist und nun in der von der Gemeinde angemieteten Halle in der Röte seinen Platz gefunden hat.

Dies alles ist auch in einem Fotobuch zu sehen, das Gerlinde Hiller überreicht wurde und es kam in einem Gedicht zum Ausdruck, welches von einer Leiterin des Alphabetisierungskurses zum Abschied verfasst wurde.

Bürgermeister Lahl betonte, einem Menschen wie Gerlinde Hiller konnte man seitens der Gemeinde, wenn sie mit einem Vorschlag kam, eigentlich nie die Unterstützung verweigern und dankte für die gute Arbeit der Weiler Flüchtlingshilfe.

Musikalisch begleitet wurde die Feier von Jule und Ella aus dem Jungen Streichorchester und Diana am Akkordeon.

Nähen ist Gerlindes große Leidenschaft, und so gibt es im Arbeitskreis eine Nähstube, in der 16  Frauen, Deutsche und Geflüchtete, miteinander nähen, z.B. Kostüme für die Sternsinger und Beutel zur Vermeidung von Plastik. Auf dem Weihnachtsbasar der Weiler Hütte hatte die Nähstube einen eigenen reich bestückten Stand. Zum Schutz vor Corona wurden Hunderte Masken genäht. Als Abschiedsgeschenk hatten die 16 Frauen sich etwas Besonderes ausgedacht: eine Patchworkdecke mit Bildern aller Näherinnen ist eine wunderschöne Erinnerung.

 Chandana aus Sri Lanka sprach für die Geflüchteten. Er betonte die gute Unterstützung und die Hilfsbereitschaft. „Sie sieht, wo Hilfe gebraucht wird,“ sagte er.

Auch die Kinder liegen Gerlinde am Herzen. Sie kreierten eine Collage zum Thema: „Was ist wichtig in Weil?“ Und : „Was ist wichtig im Arbeitskreis?“ Und so sah man Schwimmer, Genähtes, eine Tischtennisplatte, Fußball, Spielplatz und den Schönbuch.

Hier am Schönbuch, in Tübingen hat auch Hölderlin vor 250 Jahren gelebt, von dem wir einige Worte, passend zur Abschiedsfeier, hörten. Er wusste, unter welch schlechten Bedingungen viele Menschen leben müssen und hat es beschrieben. „Wer dies mit dem Herzen gesehen und verstanden hat, setzt sich für konkrete Hilfe ein,“ so der Sprecher.

Gerlinde Hiller, war sichtbar berührt. „Für mich gehört ein solcher Einsatz zum Leben.“ Sie hat den Rat: „Bringt euch irgendwie ein! Es kommt soo viel zurück. Die Arbeit im AK ist für mich wie ein Geschenk“.

Alle wünschen Gerlinde Hiller eine weiterhin gute Zeit in ihrem künftigen Wohnort im Schwarzwald.