Seit einigen Monaten gelten die Beschränkungen nun, die wegen der Corona – Pandemie notwendig geworden sind. Inzwischen sind diese gelockert worden und es sind wieder Treffen mit bis zu 20 Personen möglich.

Der Wunsch sich zu treffen war auf beiden Seiten – Mitarbeiter des Arbeitskreises Weiler Flüchtlingshilfe und Geflüchteten – groß. So hatten wir die Idee, die Gruppe, in der wir uns im Cafê trafen, aufzuteilen. Es entstanden 3 Gruppen, die sich jeweils wöchentlich treffen.

In der Gruppe „Deutsch sprechen für Frauen“ treffen sich 5 – 10 Frauen. Sie haben vor einigen Wochen beschlossen, „Ali Baba und die vierzig Räuber“ zu lesen. Ein Märchen, das den meisten inhaltlich bekannt ist, sodass sie sich voll auf die deutsche Sprache konzentrieren können. Satz für Satz wird gelesen, es werden unbekannte Wörter erklärt. „ Was bedeutet das Wort Neid? Was geizig? Und wann verwende ich Wörter wie „als“ oder „darüber“?  Das alles sind Dinge, die gelernt werden müssen. Ich bin begeistert, wie gut manche von ihnen schon lesen und verstehen. Dann kommt die Frage: „Wie geht die Geschichte denn weiter?“ Die Frauen überlegen kurz und beginnen zu erzählen, „ Kasim kam nicht mehr aus der Höhle heraus, da er den Zauberspruch zum Öffnen des Tores vergessen hatte. Die Räuber kamen zu der Höhle, fanden und töteten Kasim. Seine Frau und Freunde trauerten.“ Es gibt ein Gespräch über die unterschiedlichen Erfahrungen und Erlebnisse mit Trauer, außerdem ein Gespräch darüber, wie beerdigt wird.

In der Gruppe „Deutsch sprechen für berufstätige Männer“ treffen sich bis zu 5 Männer. Die Sprachkenntnisse sind sehr unterschiedlich. Zunächst wird ein Rollenspiel geübt. Ein Teilnehmer aus Sri Lanka wollte einen Arztbesuch üben. Fragen dabei sind: Was ist mein Anliegen? Wie mache ich einen Termin? Gespräch mit der Arzthelferin, Untersuchung beim Arzt und Arztgespräch

Ein Familienvater aus Nigeria, der in der Weiler Hütte arbeitet, erzählt seinen Tagesablauf. Er hat afrikanische Lebensmittel eingekauft. Daraus entwickelt sich ein Austausch über besondere Gerichte in den verschiedenen Ländern. Was wird zu besonderen Anlässen in Nigeria gern gegessen? Was in Sri Lanka, und was in Deutschland?

Ein anderer erzählt, dass er nun eine neue Arbeit hat. Er arbeitet jetzt in der Buchhaltung. „Früher habe ich das auch gemacht,“ erzählt er, „aber jetzt muss ich die ganzen deutschen Begriffe lernen.“

Schön für alle ist, dass für einen Besuch in der Kleiderkammer oder in der Fahrradwerkstatt Einzeltermine ausgemacht oder wahrgenommen werden können.

Die Kinder treffen sich zum „Spielen – Vorlesen – Malen“. An diesem Nachmittag ist es draußen wunderschön, und alles wird draußen aufgebaut. Am Maltisch wird ein Feuerwehrauto aus Holz bemalt, andere freuen sich über verschiedene Dosen und Schachteln oder werden auf Papier kreativ.

Zwei Tischtennisplatten sind aufgebaut, und mit viel Gelächter gibt jeder sein bestes.

Für manche ist es einfach wichtig da zu sein, Freundschaftsbänder zu knüpfen und miteinander zu reden und zu lachen.

In allen Gruppen war die Freude darüber zu spüren, sich einfach wieder treffen, zusammen  zu sein, und von und miteinander lernen zu können.

Ich wünsche mir, dass diese Treffen den Herbst und Winter durchgängig möglich sein können.