Charles Aceval erzählt Märchen. Dazu hatte der Arbeitskreis Weiler Flüchtlingshilfe am 13.3.2019 eingeladen. Gekommen waren etwa 40 Kinder und erwachsene Zuhörer, die zum Teilerstmals die Räume der Weiler Flüchtlingshilfe in Augenschein nahmen.

Charles Aceval  ist ein Nachfahre des Nomadenstammes der Ouled Sidi Khaled seitens seiner Mutter und eines baskischen Siedlers seitens seines Vaters, die in der algerischen Hochebene von Tiaret ihre Heimat hatten.

Er begrüßte seine Zuhörer mehrsprachig und erzählte: „Wir erlebten die Märchen, die im Nomadenstamm am Feuer erzählt wurden. Unsere Mutter erzählte uns immer Märchen und erfundene Geschichten. Für mich ist das Erzählen ein Moment des Teilens. Wer so zusammen sitzt, Geschichten erzählt und miteinander isst, kann keinen Krieg gegeneinander führen.“

Charles Aceval begann mit einer wahren Geschichte seiner Kindheit aus dem Jahr 1960. Es war abends zur Sperrstunde und er und seine Geschwister hatten Angst und Hunger. Es gab sehr wenig zu essen und die Kinder weinten vor Hunger. Die Mutter tröstete mit der Kamelstute, die in der Nacht kommen sollte, und schlug vor, so lange Geschichten zu erzählen. In dieser Zeit schliefen die Kinder alle ein – die Mutter hatte nichts zu Essen, aber sie ernährte die Kinder mit Geschichten und Liebe.

Dann hörten wir das Märchen über die Tochter des Löwen, uns faszinierte das Märchen „Die Grille und die Ameise“ – ein Märchen über eine ungewöhnliche Freundschaft und Gastfreundschaft.

Wir erfuhren das Versteck der Weisheit und amüsierten uns über die Geschichten „Die Perfekte Frau“ und „Der Hutmacher“.

Bei anschließendem Tee und orientalischem Gebäck, gebacken von  Frau Aceval und einigen geflüchteten Frauen, gab es die Möglichkeit für viele gute Gespräche. Die eingegangenen Spenden kommen der Weiler Flüchtlingshilfe zu Gute.

Charles Aceval ist es wichtig, die Märchen zu erzählen und nicht für sich zu behalten. Neugierig gewordene und Begeisterte dürfen sich noch auf zwei weitere Märchenabende am 8.5. und am 26.6. freuen.