Trotz großer Hitze ließen sich etwa 30 Menschen vom Arbeitskreis Weiler Flüchtlingshilfe zum Märchenabend mit Charles Aceval einladen. Dieses Mal standen Träume im Mittelpunkt.

„Märchen und Träume haben etwas zu vermitteln“, so Charles Aceval. „Voraussetzung dafür ist jedoch ein offenes Herz.“

Die Traumdeutung ist eine Form des Erzählens und nichts Wissenschaftliches. Wichtig ist es jedoch, den Traum nur jemandem zu erzählen, dem man vertraut, und dass dieser die Kultur des Erzählenden gut kennt.

Unterschieden werden in der Traumdeutung drei Phasen:

  1. Revue passieren lassen – überlegen, wie war das eigentlich, was ich geträumt habe?
  2. Traum erzählen – der andere, dem man vertraut, wirkt wie ein Spiegel, der Traum wird deutlicher.
  3. Interpretation – dabei ist es ganz wichtig, die Traumbilder in eine positive Richtung zu bringen.

Warum das so wichtig ist, zeigt folgende Geschichte: 
Eine jüdische Frau hatte einen schlimmen Traum, so schlimm, dass sie gar nicht darüber reden wollte – auch nicht mit ihrer Familie. Doch dann ging sie zu einem alten Rabbi, der ihrer Geschichte zuhörte. Er sprach zu ihr: „Frau, dein Traum ist schlimm, sehr schlimm. Aber – die Bedeutung des Traums ist gut. Du wirst sieben Jahre lang großes Glück erleben.“ Die Frau ist froh und lebte danach sieben Jahre glücklich mit ihrer Familie. Dann kam der gleiche Traum wieder. Auch jetzt ging sie zum Rabbi und fragte: Was bedeutet dieser schlimme Traum? Wieder sprach der alte Rabbi: Frau, dein Traum ist schlimm, sehr schlimm. Aber – die Bedeutung des Traums ist gut. Du wirst sieben Jahre lang großes Glück erleben.“ So lebte die Frau weitere sieben Jahre sehr glücklich mit ihrer Familie. Weitere sieben Jahre später träumte sie diesen Traum ein drittes mal. Wieder ging sie zum Rabbi, doch dieses Mal war er nicht da. Ein sehr junger Rabbi war da und hörte sich ihren wirklich schlimmen Traum an. Seine Antwort war eine andere. Er sprach: „Gute Frau, ich werde für dich beten, denn du musst nun sehr mutig sein.“ Das Leben der Frau veränderte sich. Die Frau wurde traurig und das Leben schlecht, es gab Krankheit und Tod. Der alte Rabbiner hörte von dieser Veränderung, befragte den jungen Rabbiner und war entsetzt. Er sprach: „Weißt du denn nicht, wie wichtig es ist, eine positive Deutung zu finden?“

Eine Geschichte, die sehr nachdenklich macht, finde ich.

Wir hörten außerdem vom „Traumdieb“ und vom „Traum des Bettlers“. Besonders amüsierten wir uns über die Begegnung eines Prinzen mit dem Sohn eines Bauern und ihren Methoden, mit Pfeil und Bogen ins Schwarze zu treffen.

Anschließend gab es die Möglichkeit für viele gute Gespräche bei Tee und orientalischem Gebäck.

Herzlichen Dank für alle eingegangenen Spenden. Sie kommen der Weiler Flüchtlingshilfe zu Gute. Vielen Dank auch ans Landratsamt, das diese Abende finanziell unterstützt.