Am 22. September lädt der Arbeitskreis Weiler Flüchtlingshilfe zum dritten Mal zum Tag der offenen Tür ein. Einiges hat sich in den letzten dreieinhalb Jahren verändert, und der eine oder andere fragt sich vielleicht: Was bringt diese Arbeit eigentlich, oder warum engagierten sich da überhaupt Menschen? Oder könnte das auch etwas für mich sein?

Im Vordergrund steht sicher der Wunsch, anderen zu helfen, sich hier zurechtzufinden und zu integrieren. Aber auch das Wissen, dass Familienangehörige ebenfalls eine Flüchtlingsgeschichte – mit guten und schlechten Erfahrungen – haben, sowie ein Zeichen gegen Rassismus, Hass und Panikmache zu setzen, spielt eine wichtige Rolle.

Für die Geflüchteten ist diese Arbeit hilfreich, in Deutschland anzukommen, sich zurechtzufinden und das Leben hier zu meistern. Es kann ein Klima wachsender Verständigung zwischen Deutschen und Flüchtlingen, aber auch zwischen Flüchtlingen aus unterschiedlichen Herkunftsländern wachsen. Von der Unterstützung durch den Staat und hier lebenden Ehrenamtlichen können die Menschen durch Aufnahme von Arbeitsverhältnissen auf eigenen Beinen stehen. Oft übernehmen sie dabei Arbeiten, für die keine Deutschen mehr zu finden sind. Mit einer guten Schulbildung sind deren Kinder künftig die so dringend gesuchten Fachkräfte.

Wir persönlich machen gute Erfahrungen mit den Flüchtlingen, mit ihrer Kultur und Religion, spüren ihre Freude und Dankbarkeitund lernen die unterschiedlichsten Speisen aus Gambia, Sri Lanka, Afghanistan oder Syrien kennen.

Der persönliche Einblick in die Situation von Menschen, die mit den Taliban zu tun hatten, die Not der Jesiden, oder die Beschreibung des Lebens in Ländern wie Syrien oder Afghanistan lehrt uns, es wertzuschätzen, wie gut es uns in Deutschland mit den demokratischen, rechtsstaatlichen und sozialen Verhältnissen wirklich geht.

Mit all diesen Erfahrungen und dem Wissen, dass keiner ohne Grund flüchtetund dabei alles zurücklässt, ist es eine Bereicherung, sich ehrenamtlich in dieser Arbeit zu engagieren.

Viele der Aufgaben haben sich in den gut drei Jahren verändert. Lag zu Beginn der Schwerpunkt der Arbeit darauf, die Sprache zu lernen, geht es jetzt vermehrt darum, eine eigene Wohnung und eine Arbeit zu finden oder eine Ausbildung zu machen. Dabei denken wir an eine junge Frau aus Syrien, die jetzt ihr Studium wieder aufnimmt, einen Familienvater, der trotz geringer Deutschkenntnisse eine Arbeit gefunden hat oder an die junge Frau aus Afghanistan, die darüber nachdenkt, welche Ausbildung für sie die richtige ist.

In der Schule gibt es seit einem Jahr eine Vorbereitungsklasse – eine gute Lösung. die Kinder in der deutschen Sprache, die für die weitere Schul- und Berufsausbildung unbedingt wichtig ist, besonders zu fördern.

All dies können Sie selber miterleben. Am 22.September ab 14.30 ist im Hilfszentrum der Weiler Flüchtlingshilfe Tag der offenen Tür. Alle Weilemer und Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.